2012
03.31

Mit eMails, in denen die Verfolgung einer Urheberrechtsverletzung vorgegeben wird, scheinen Abzocker noch immer Kasse machen zu können. Anders ist es nicht zu erklären, daß ein erneuter Versuch bei mir angekommen ist, der sicher auch an zahlreiche Andere potenzielle Opfer adressiert wurde.

Schauen wir uns erstmal den Inhalt der Mail an:

Sehr geehrter Herr Jens Kirchner,

laut Untersuchungen Ihrer IP Logs, hat unserer Mandant "Universal Music"
festgestellt, dass Sie häufig urheberrechtlich geschütztes Material in Form von
Musik heruntergeladen haben.
Ihre Ip-Adresse konnte zur folgenden Adresse zugeteilt werden,

Jens Kirchner
Moselstr.
64560,Riedstadt

Da dies gegen das Urheberrecht Verstößt fordern Wir Sie auf eine Mahngebühr in Höhe
von 169,40? an uns zu zahlen.

Wenn Sie diese Gebühr bezahlen, entgehen Sie einem Mahnverfahren und einem
Gerichtsprozess, (Urheberrechts Verletzungen sind kein Kavaliersdelikt).

Sollten Sie den ausstehenden Betrag jedoch nicht begleichen, sind wir gezwungen ein
Mahnverfahren gegen Sie zu eröffnen.

Durch dieses kommen Anwaltskosten sowie Gerichtskosten auf Sie zu. Zudem haben Sie
dann eine hohe Geldstrafe oder sogar eine Gefängnisstrafe zu erwarten.

Mit welcher Strafe Sie zu rechnen haben, hängt davon ab, ob Sie strafrechtlich
bekannt sind.


Die offene Forderung über  169,40? ist per Überweisung zu begleichen.


Als Verwendungszweck geben Sie unbedingt folgendes ein: VHC/216/83-AZ


Die von Ihnen zu zahlende Gesamtforderung setzt sich wie folgt zusammen:

Grundforderung unseres Mandanten:        124,79 Euro
vorgerichtliche Inkassogebühren:        31,12 Euro
vorgerichtliche Inkassoauslagen:        13,49 Euro
------------------------------------------------------------------------------------------
noch offener Gesamtbetrag (Stand: 03.03.2012): 169,40 Euro


Der geltend gemachte Betrag in Höhe von 169,40 Euro ist bis spätestens den
05.04.2012 unter Angabe des Aktenzeichens VHC/216/83-AZ an:


Empfänger: Ida Janus
Kontonummer: 540728300
Bankleitzahl: 10077777

Für Auslandsüberweisung:

IBAN: DE19500100600835801600
BIC: PBNKDEFF



Nach Ablauf dieser Frist werden wir uns die Forderung abtreten lassen und ein
gerichtliches Mahnverfahren gemäß §§ 688 ff. ZPO gegen Sie einleiten, wodurch
erhebliche Kosten für Gericht und Anwalt, nötigenfalls auch Vollstreckungskosten für
den Gerichtsvollzieher, entstehen.

Zudem riskieren Sie bei Durchführung eines gerichtlichen Vollstreckungsverfahrens
auch den Verlust Ihrer Kreditwürdigkeit durch Eintragung in das amtliche
Schuldnerverzeichnis, was für Sie zu erheblichen Schwierigkeiten führen kann, z.B.
bei der Bestellung von Waren oder dem Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrages.
Zahlen Sie deshalb in Ihrem eigenen Interesse innerhalb der gesetzten Frist.


Mit freundlichen Grüßen
Frau Janus, Abteilung Mahnbescheid

Janus AG

Registriert und zugelassen
vom Präsidenten des Amtsgerichts Berlin
nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 RDG

----------------------------------------------------------

Schwiebusserstr. 53
10965 Berlin
Telefon: +49-1805-88204486 (0,14 EUR/min) *
(Montag bis Freitag / 10.00 - 18.00 Uhr)
* aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkhöchstpreis 0,42 EUR/min

Vorstand: Frau Ida Janus (Vorsitzende),

Aufsichtsrat: Sarah Solberg

Es fällt zunächst auf, daß der Ersteller der Abzock-Mail die deutsche Sprache beherrscht, das ist bei dieser Masche nicht immer so. Auch fällt auf, daß Name und Adresse vollständig bekannt sind, in meinem Fall ist eine Mailadresse, die ich seit einigen Jahren nicht mehr nutze, kombiniert worden mit einer aktuellen Adresse ohne Hausnummer – leider werde ich wohl nie erfahren woher die Daten stammen. Auffällig ist weiterhin, daß der Ersteller offensichtlich keine Ahnung hat was der Unterschied zwischen einer Mahnung und einer Abmahnung ist! Die angegebene Domain janus-ag.de ist nicht registriert.

Etwas Recherche zeigt, daß die Adresse und die Mail nicht unbekannt sind:

http://www.eintracht.de/meine_eintracht/forum/17/11175395/

Unter dem Link zu einem Forenbeitrag vom August 2010 wird von der gleichen Masche mit der gleichen Adresse und dem (fast) gleichen Mailtext berichtet, allerdings war es damals noch etwas billiger: 50 Euro sollten per Paysafe-Card beglichen werden.

Die verwendete Telefonnummer ist die von den bekannten “Firmen” Antassia, GmbH, Tropmi GmbH, Content Services Ltd. etc.

Es handelt sich sicher um eine Abzocke! Auf keinen Fall bezahlen!

 

 

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