2010
12.28

Kürzlich hatte ich mich entschlossen meine Daten in einem kleinen Netzwerk abzulegen, da der Computer wieder mal Probleme machte und meine Daten so auch von anderen Computern aus zugänglich sind. Bei der Gelegenheit wollte ich auch meinen Drucker im Netzwerk zur Verfügung stellen. Dafür hatte ich eine preisgünstige Lösung gesucht und auch gefunden, die beides versprach: Das Conceptronic CH3MNAS für ca. 100 Euro (ohne Festplatten). Leider verspricht der Hersteller im Produktdatenblatt mehr als er hält!

Das Gerät kommt ohne Festplatten daher, das war für mich auch so gewünscht, da die Festplatten vorhanden sind. Es arbeitet intern mit einem Linux-System und formatiert die Festplatten in jedem Fall; das führt jedoch dazu, daß die vorhandenen Daten auf den Festplatten verloren gehen. Wer meint auf seine Daten zugreifen zu können, nachdem er die Festplatten eingesteckt hat, liegt also falsch. Die Daten müssen nach Einbindung in das Netzwerk erst auf die Platten im NAS kopiert werden. Das Gerät kann laut Hersteller 2 Festplatten mit jeweils bis zu 2 TB bedienen.

Die beigelegte Beschreibung sowie die enthaltene Software unterstützen ausschließlich das Windows-System. Die mitgelieferte Software sucht das Gerät im Netz und will diesem auf Knopfdruck einen Laufwerksbuchstaben zuweisen (das kann man auch ohne die mitgelieferte Software mit dem Windows-Explorer erledigen). Treten dabei Fehler auf, ist die ausgegebene Meldung zu wenig aufschlußreich um hilfreich zu sein. Man muß sich zwangsläufig an den Support wenden, der jedoch völlig unbrauchbar ist. So ist die Frage, ob die IP im Netzwerk ansprechbar ist, hinfällig, wenn ich bereits geschrieben habe, daß der Datenaustausch per FTP funktioniert. Die bestehenden Probleme habe ich schlußendlich selbst lösen können und müssen, der Support konnte dazu keinerlei sinnvollen Beitrag leisten und wer weniger IT-Kentnisse hat, wird mit dem Support sicher auch nicht glücklich werden.

Das Gerät unterstützt auch die Einbindung in eine Welt anderer Betriebssysteme, so auch z.B. Linux – logisch, weshalb sollte das Gerät im Netzwerk für andere Betriebssysteme nicht sichtbar sein? Die Beschreibung schweigt sich dazu vollständig aus, eine Software gibt es nicht, der Support erwähnt nur, daß das Gerät zwar auch andere Betriebssysteme unterstützt, der Support selber jedoch dafür nicht zuständig sei. Auf die Frage wer dafür zuständig sei bekommt man die Antwort, daß man sich einen Bekannten suchen soll, der sich damit auskennt. Da stellt sich die Frage, welchen Sinn dieser Support überhaupt hat?

Weiter geht es mit der Einrichtung des laut Produktdatenblatt vorhandenen USB-Druckservers. Die Bedienungsanleitung schweigt sich auch hier vollständig aus. Auch der Support ist nicht wirklich brauchbar, denn von dort kommt nur die Antwort, daß das Gerät keinen Druckserver zur Verfügung stellt. Eine Anfrage an das Unternehmen hierzu wird nicht beantwortet. Damit muß ich davon ausgehen, daß hier Funktionen versprochen werden, die tatsächlich gar nicht vorhanden sind, das Unternehmen also unlauter handelt!

Fazit:
Das Gerät eignet sich als NAS für den privaten Bereich oder für das eigene kleine Heim-Büro. Wer sich das Gerät zulegen möchte, sollte allerdings in Kauf nehmen, daß nicht alle Funktionen, die der Hersteller verspricht, vorhanden sind und daß er selbst entsprechende Kenntnisse benötigt um das Gerät einzurichten. Wer diese Kenntnisse nicht hat, sollte besser die Finger davon lassen und sich die Geräte eines anderen Herstellers ansehen. Auf Unterstützung durch die Bedienungsanleitung oder den Support braucht der User nicht zu hoffen.

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1 comment so far

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  1. Hab mir auch das CH3MNAS zugelegt. Jedoch mit dem Hintergrundgedanken, das Gerät nicht in der Standardfunktion zu nutzen, sondern mittels fun_plug daraus einen echten kleinen Linux-Server zu machen. Kann aber gut nachvollziehen, dass das Handbuch wenig hilfreiche Informationen liefert. Bis auf den Hinweis, wie das Gerät zu öffnen ist, habe ich alles ohne Handbuch eingerichtet und bin nun dabei, weitere Linux-Serversoftware zu installieren. Für IT-Anfänger ist das Gerät nur bedingt zu empfehlen. Für mich ist es jedoch eine gute Alternative zu einem 400 Watt Server.

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