2014
12.19

In der Telekommunikationsbranche ist guter Service schon seit sehr langer Zeit ein seltenes Zufallsprodukt. Doch was ich zuletzt bei Congstar (eine Tochter der Deutschen Telekom AG) erlebt habe sprengt wirklich alle Erfahrungen die ich bisher in meinem Leben machen musst. Lügen und Service-Katastrophen sind dort an der Tagesordnung. Die Mitarbeiter kennen ihre eigenen Produkte nicht und wissen weder Verfügbarkeit noch Preis. Gut sieben Monate habe ich gebraucht um von Congster loszukommen. Und das auch nur mit Unterstützung der Bundesnetzagentur.

Im Sommer 2009 hatte ich einen DSL Anschluss bei Congstar beauftragt. Das lief auch noch einigermaßen. Im Dezember 2012 hatte ich ein Mobilfunkrufnummer zu Congstar portiert. Die Probleme fingen dann einen Monat später an:

Der DSL 2000-Vertag sah ursprünglich vor, dass man DSL 6000 als monatliche Option dazu buchen könne. Das habe ich auch zwischenzeitlich einmal getan, die Kündigung musste ich allerdings über den Support machen. Danach stand diese Option nicht mehr zur Verfügung. Deshalb hatte ich Anfang 2013 angefragt nach der Option DSL 6000. Es blieben ständig irgendwelche Fragen unbeantwortet. So kam ich von einem Mitarbeiter zum nächsten und jeder Mitarbeiter gab mir unterschiedliche Auskünfte über Preise, Verfügbarkeit und Procedere. Bei der verfügbaren Geschwindigkeit habe ich die Auskünfte bekommen, die von nicht verfügbar bis 16.000 Mb/s reichten. Bei dem Preisen gab es völlig unterschiedliche Auskünfte von kostenlos über circa fünf Euro bis circa zehn Euro. Auf der Auftragsbestätigung stand später wiederum ein völlig anderer Preis der von den Mitarbeitern nie genannt wurde und der auch deutlich höher war als früher als Option angeboten. Bei der Frage nach der Abwicklung habe ich verschiedene Auskünfte bekommen als Option sofort zubuchbar, Option nicht verfügbar oder es muss ein neuer Vertrag geschlossen werden. Und diese drei Punkte wurden natürlich dann von jedem Mitarbeiter durcheinander gewürfelt so dass ich mehrere völlig unterschiedliche Antworten bekommen habe. Aber keine davon war richtig!

Fazit: die Mitarbeiter von Congstar kennen ihre eigenen Produkte und deren Verfügbarkeit und Kosten überhaupt nicht.

Die eigentliche Katastrophe begann dann am 15.5.2014 als nachmittags mein DSL-Anschluss ausfiel. Zunächst dachte ich noch dass vielleicht irgendwelche Wartungsarbeiten oder eine Störung in der Vermittlungsstelle vorliegt und wartete bis zum nächsten Morgen ab. Also nächsten Morgen der Anschluss noch immer nicht zu Verfügung stand machte ich eine Störungsmeldung auf. Es folgten zwei Wochen in denen ich mehrere male die teure Hotline anrufen musste und im Endeeffekt nur mit Lügen und falschen Aussagen konfrontiert wurde. Es wurden Techniker-Termine ausgemacht die weder eingehalten noch abgesagt wurden. Mir wurde vorgegaukelt, dass meine Störung bei der Telekom als nächstes in Bearbeitung genommen würde was aber gar nicht der Fall war wie ich am nächsten Tag erfuhr. Am nächsten Tag hat der nächste Mitarbeiter erzählt dass man auf die auf Abwicklung der Telekom keinen Einfluss habe und auch keine Einsicht und deshalb eine solche Auskunft gar nicht erteilen könne. Nach zwei Wochen war noch immer nicht absehbar wann die Entstörung des Anschlusses erfolgen würde. Keiner konnte mir Auskunft in irgendeiner Weise geben. Deshalb habe ich diesen Zeitpunkt den DSL Anschluss wegen Leistungsverweigerung fristlos gekündigt. Der Eingang der Kündigung wurde durch eine ansonsten leere Mail bestätigt. Die Kündigung wurde auch im Laufe der Folgewochen mehrfach wiederholt und darauf hingewiesen. Aber das alles hat Congstar nicht ansatzweise interessiert.

Selbstverständlich hat Congstar die Rechnungsstellung fortgesetzt und trotz mehrfacher Hinweise darauf weiterhin Geld für die nicht erbrachte Leistungen berechnet. Die Rechnungsreklamationen wurden selbstverständlich vollständig ignoriert. Daraufhin habe ich die Einzugsermächtigung entzogen, was Congstar selbstverständlich ebenfalls ignoriert hat. Congstar teilte mir immer nur wieder mit dass man alle Optionen geprüft habe und mir keine bessere Lösung anbieten könne. D.h.: Congstar kann zwar seine vertraglichen Leistung nicht mehr erbringen, will aber trotzdem das Geld dafür haben. Aber es kommt noch besser denn später als von einem anderen Anbieter die Kündigung mitkam hat man die Kündigung verweigert mit dem Hinweis dass die Kündigungsfrist seit zwei Tagen abgelaufen sei. Congstar wollte also ein Vertrag verlängern, dessen Leistung Congstar nach eigener Aussage nicht erbringen kann und wollte dafür auch noch ein weiteres Jahr Geld von mir bekommen und verhindern daß ich wieder einen funktionierenden DSL-Anschluss bekommen kann.

Zwischenzeitlich hat Congstar mich noch mit mehreren Mailbombings beglückt, in denen ich aufgefordert wurde meine Stammdaten zu ändern obwohl es dazu keinen Grund gab. Mehrere 100 Mails kamen innerhalb von wenigen Stunden oder Minuten an, mein Server war hoffnungslos überfordert und kommte gar nicht alle Mails annehmen. Das betraf natürlich nicht nur Mails von Congstar sondern auch Mails anderer Absender. Auf meine Beschwerden an die Geschäftsleitung hat Congstar selbstverständlich überhaupt nicht reagiert.

Zwischenzeitlich hatte ich über mehrere Anbieter versucht einen neuen DSL-Vertrag zu bekommen. Die Firma in Endesha hatte mir nach zwei Wochen mitgeteilt, dass man keine Ports in meinem Ort frei habe. Bei einigen Anbietern wurde direkt bei der Verfügbarkeitsprüfung mitgeteilt, dass DSL nicht bei mir zu Verfügung stehen würde. O2 hat mir nach wenigen Tagen mitgeteilt, dass man die Rufnummer nicht von Congstar portieren könne. Daraufhin habe ich es bei Vodafone versucht. Nach vier Wochen hat man festgestellt dass man einen Fehler gemacht habe und das Verfahren noch einmal anstoßen müsse, ich sollte nochmal 3-4 Wochen warten. Aber auch nach drei Monaten konnte man mir dort noch nicht einmal einen Status mitteilen. Daraufhin habe ich es noch einmal bei O2 ohne Rufnummernportierung versucht. Die Rufnummern habe ich nun zu einem Anbieter der Internettelefonie exportieren wollen. Aber auch das war ein großes Problem.

Nach massiven Druck auf die Geschäftsleitung von Congstar hat diese meine Kündigung doch tatsächlich zum 20. August akzeptiert. Es wurde auch versprochen dass die Portierung problemlos laufen würde und Blablabla. Natürlich wurde kein einziges Versprechen eingehalten! Wirklich nichts lief ohne Probleme. Congstar hatte sich sehr viel Mühe gegeben die Sache ewig in die Länge zu ziehen und mich zu ärgern. Congstar hat dabei wirklich jeden Punkt den man vermasseln konnte vermasselt. Nach längerer Zeit habe ich dann die BundesNetzAgentur als Aufsichtsbehörde eingeschaltet und auch die hatte zwei Monate zu kämpfen bis die Rufnummern portiert werden konnten. Eigentlich kam die Sache erst ins Rollen nachdem ich der Bundesnetzagentur mitteilte dass Congstar und Telekom diese offensichtlich nicht ernst nehmen und nachdem ich auch Probleme mit der Portierung der Mobilfunkrufnummer am 10. Dezember gemeldet habe. Danach wurden dann plötzlich die Festnetzrufnummer portiert und plötzlich konnte auch die Mobilfunkrufnummer, die Congstar zuvor angeblich nicht kannte, portiert werden.

Als Krönung hat constar zum Abschluß noch einmal versucht sich an meinem Konto selbst zu bedienen und ohne Einzugsermächtigung 24,99 Euro abgebucht. Mir liegt noch nicht einmal eine Rechung über den Betrag vor. Frecher geht wohl kaum!

Seit heute ist dann endlich nach sieben Monaten (!!!) die Sache mit Congstar abgeschlossen aber auch nur mit Hilfe der Bundesnetzagentur. Endlich bin ich Congstar los! Ich habe wirklich noch kein schlimmeres Unternehmen als Congster erlebt! Ich kann nur raten von diesem Unternehmen die Finger zu lassen!

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