2012
10.24

Die meisten Gaststätten und Restaurants werden seriös und mit dem notwendigen Sinn für Hygiene betrieben. Doch schwarz Schaafe gibt es in jeden Branche und in der Gastronomie können negative Ausreißen massive gesundheitliche Schäden auslösen. Seit 01.09.2012 ist es möglich Gaststätten mit erheblichen Hygiene-Mängeln öffentlich zu benennen. Möglich macht dies die Gesetzesänderung des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB).

Bei diesem Thema erinnere ich mich an eine Erfahrung vor mehr als 10 Jahren in Gießen/Hessen: Eine amerikanisch gestylte Gaststätte, die überwiegend Burger anbot mit Weißkraut und Pommes. Die Porrtionen (auch die Burger) waren reichlich, die Preise attraktiv, das Ambiente und die Bedienung einigermaßen. Wir waren dort 2 oder 3 mal bis ich nach dem Essen auf die Toilette mußte. 3 Sitzschüsseln und 4 Urinale waren installiert, alle verstopft! Auf weitere Details möchte ich aufgrund des Ekelfaktors nicht weiter eingehen. Als ich die Toilette verlaß, begegnete mir noch ein Frau mit ebenso erschrockenem Gesicht. Auf dem Weg zurück kam ich an der Schwingtür zur Küche vorbei, wo gerade die Bedienung raus kam. Die Schwingtür gewährte mit einen kurzen ekelerregenden Einblick in die Küche. Ich wolle nicht darüber nachdenken, was ich da gerade gegessen hatte. Die Bedinung haben wir auf die Zustände angesprochen. Für die Toiletten machte sie die bösen Kunden verantwortlich. Waren es wirklich die Kunden, die für den Zustand der Toilettee verantwortlich sind und dafür, daß sich niemand um auftretende Probleme und Hygiene kümmerte? Für die Zustände in der Küche wäre die Hektik beim aktuellen Andrang (die halbe Gaststätte war gefüllt) verantwortlich. Na ja… das war unser letzter Besuch dort und heute bin ich froh, daß die zuständige Behörde solche Gaststätten nun öffentlich benennen darf.

Doch das darf sie nur unter bestimmten Voraussetzeungen, nämlich dann, wenn eine Ordnungsstafe von mindestens 350 Euro erreicht wird, Beschwerde eingelegt wurde und die Beschwerde aufgrund erneuter Prüfung abgelehnt wurde. Es ist also keineswegs so, daß man jede Kleinigkeitt an den Pranger stellen darf, hier werden nur harte Fälle benannt.

Wie der Schreisheimblog.de berichtet hat das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises nun von der neuen gesetzlichen Regelung Gebrauch gemacht und 2 Gaststätten aus Heiligkreuzsteinach und Schriesheim beim Namen benannt.

Für die beiden Betreiber wird das wohl das Aus des Betriebes darstellen, denn gerade in so dörflicher Umgebung spricht sich so etwas schnell herrum und der Ruf dürfte selbst nach Beseitigung der Mängel nur schwer weiderherzustellen zu sein. Die Betreiber beklagen sich natürlich. Man kann aber davon ausgehen, daß die Prüfer kein Interesse haben die Betreiber wegen einmaligen Verstößen blos zu stellen und sich ihrer Verantwortung bewußt sind.

Der Verbraucher profitiert von der Transparenz. Wenn der Verbraucher sein hart verdientes Geld locker macht und dann ein Essen bekommt, bei dem er sich um seine Gesundheit sorgen muß, läuft irgend etwas falsch. Man kann hoffen, daß die Aktion abschreckend auf die schwarzen Schaafe der Branche wirkt!

 

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