2014
10.31

Vermutlich bin ich einer von sehr wenigen, die diesen Brauch als etwas zwiespältig ansehen. Vermutlich mache ich mich mit meinem Beitrag hier bei einigen unbeliebt. Aber vielleicht denkt der Eine oder Andere auch mal darüber nach.

Das ganze Jahr über bekommen Kinder erzählt, dass sie sich nicht mit fremden Menschen (insbesondere Männern) unterhalten sollen und dass sie nichts von ihnen annehmen sollen. An Halloween hingegen ist es inzwischen selbstverständlich, dass die Kinder an Türen wildfremder Menschen klingeln um sich mit Süßigkeiten beschenken zu lassen. Bekommen sie dann Obst als Süßigkeiten, sind sie häufig enttäuscht, weil es keine Schokolade ist.

In Zeiten, in denen Kindesmissbrauch und Pädophilie in den Medien hochgekocht werden, habe ich den Eindruck, dass man als Mann prinzipiell unter Generalverdacht steht. Schon mehrfach ist es passiert, dass ich von Leuten gemieden werde, denen ich berichtet habe von engen und vertrauten Verhältnissen zu Kindern aus meinem Freundeskreis. Ich bin auch schon schräg angesehen worden, weil ich mich mit 17-jährigen aus der erweiterten Nachbarschaft auf der Straße unterhalten habe. In Facebook bin ich schon häufig von angeblich minderjährigen Mädchen angeschrieben worden; vermutlich handelt es sich dabei eher Fake-Profile, hinter denen sich Reporter oder Ermittler verstecken, die konkret nach Männern suchen, denen sie Pädophilie andichten können.

In dieser Gesellschaft und in diesen Zeiten werden nun also Kinder an Halloween motiviert bei wildfremden Menschen zu klingeln um sich beschenken zu lassen. Was würde passieren, wenn ich diese Kinder, die ich an Halloween beschenkt habe, auf der Straße treffen und dort ansprechen würde?

Gibt man auf die Frage “Süßes oder Saures?” den Kindern süßes Obst, wird man von den Kindern häufig noch enttäuscht angesehen. Schließlich haben sie Schokolade oder Ähnliches erwartet. Das zeigt eigentlich schon, dass die Kinder nicht gelernt haben Obst als Nahrungsmittel zu schätzen. Stattdessen freuen Sie sich über ungesunde Süßigkeiten, die zu zahlreichen Zivilisationskrankheiten führen. Das wissen die Kinder natürlich noch nicht aber sie werden ja schon daran gewöhnt und werden diese Gewohnheit auch nie ablegen. Das führt später zu Übergewicht mit sozialen Benachteiligungen und zu immer früher auftretenden schweren Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Osteoporose, chronischen Darmerkrankungen, Depressionen etc. Ich gehöre zu den Menschen, die aufgrund der Erziehung ebenfalls solche Dinge erfahren mussten. Jahrzehntelang habe ich gegen diese Probleme gekämpft aber schlussendlich war ich so krank, dass ich das Übergewicht aufgrund einer Erkrankung nicht mehr loswerden kann. Das möchte ich eigentlich keinen Kind zumuten! Liebe Eltern, möchtet ihr daß euren Kinder so etwas ebenfalls bevorstehet?

Und nicht zuletzt halte ich es auch nicht für pädagogisch sinnvoll den Kindern beizubringen, dass sie selbstverständlich von wildfremden Menschen beschenkt werden. Damit wird es zur Selbstverständlichkeit von Anderen zu nehmen und selbst möglichst wenig geben zu müssen. Und dann noch von Menschen, von denen man sich auf der Straße nicht ansprechen lassen sollen. Wer möchtem einen Menschen an seiner Seite haben, der sich so verhält? Und was ist von Menschen zu halten, die sich im Erwachsenenleben und Beruf so verhalten, weil sie es so gelernt haben?

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