2014
04.28

Sie sind nervig und gesundheitsschädlich: Die Lebensmittelmotten! Manchmal gelangen sie durch offene Fenster in die Wohnung, meistens kauft man sich diese aber unbemerkt im Supermarkt durch befallene Lebensmittel ein. Sie sind also keineswegs ein Zeichen mangelnder Sauberkeit, jeder kann Opfer der Lebensmittelmotten werden. Wird ein Befall nicht bekämpft, drohen gesundheitliche Schäden und eine massive Ausweitung des Befalls. Ich möchte Ihnen aufzeigen wie Sie Lebensmittelmotten mit einfachen Mitteln kostengünstig selbst bekämpfen können.

„Lebensmittelmotte“ ist ein Überbegriff für verschiedene verwandte Schädlinge: Dörrobstmotte, Mehlmotte, Mehlzünsler, Getreidemotte und die Korkmotte. Die Motten sind allesamt ähnlich schädlich und mit den gleichen Mitteln zu bekämpfen, weshalb im Weiteren keine Unterscheidung gemacht werden muss. Auch Textilmotten lassen sich ähnlich bekämpfen. Lebensmittelmotten sind Allesfresser, bevorzugen jedoch Lebensmittel die aus Stärke bzw. Kohlenhydraten bestehen: Reis, Mehl und Mehlwaren, Gebäck, Müsli, Schokolade, Kakao, Nüsse, Tütensuppen, Trockenobst etc. gehören deshalb zu besonders gefährdeten Lebensmittel-sorten. An wärmeren Tagen sind sie aktiver, also vor allem im Frühjahr und Sommer.

Erstbefall und Ausbreitung

Motten können durch offene Fenster und Türen in die Wohnung und dann in die Küche gelangen und dort ihre Eiernester mit 200-300 Eiern ablegen. In den meisten Fällen kauft man jedoch im Supermarkt unbemerkt befallene Lebens-mittel ein, die die Eiernester bereits enthalten. In diesem Fall findet man meist am Rand der Lebensmittel eine verendete Motte, da diese nach Ablegen der Eier abstirbt. In den Eiern reifen Larven heran, die mit einer Größe von 1-2 mm schlüpfen, sich zunächst von den Lebensmitteln in direkter Umgebung ernähren bis es ihnen zu eng wird. Dann verlassen sie ihre bisherige Umgebung und befallen andere Lebensmittel in der näheren Umgebung. Selbst wenn die beige-farbenen Raupen mit dunkelbraunem Kopf auf ihre 10-fachen Größe auf ca. 2 cm angewachsen sind, kommen sie noch durch kleinste Ritzen und kriechen selbst durch den Klebefilm eines Tesafilm-Streifens. Auf ihrem Weg durch die Lebensmittel hinterlassen Sie spinnennetzsartige Fäden, Exkremente, leere Kokons, Milben und Pilze. Solche befallenen Lebensmittel sollten entsorgt werden, denn bei Verzehr drohen Allergien, Hauterkrankungen, Magen- und Darmerkrankungen, Schwächung des Immunsystems bis hin zu Autoimmunerkrankungen. Wenn die Falter anschließend schlüpfen, sind sie sofort geschlechtsreif und vermehren sich weiter. Bekämpft man diese nicht, hat man schnell innerhalb weniger Monate mehrere Nester in seiner Küche.

Bekämpfung

Eine erfolgreiche Bekämpfung dauert je nach Stärke des Befalls 2-6 Monate, manchmal auch länger. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll diese lieber etwas länger fortzusetzen als zu riskieren, dass irgendwo noch eine Motte versteckt ihre Eier abgelegt hat und der Spuk wieder von vorne beginnt. Die folgenden 3 Methoden sollten in Kombination eingesetzt werden um einen Erfolg sicherzustellen. Lag ein Befall im Vorjahr vor, ist es empfehlenswert im Frühjahr noch einmal vorsorglich die gleichen Maßnahmen zu ergreifen und bei entsprechenden Anzeichen sicherheitshalber noch einige Zeit fortzuführen.

1. Schlupfwespen (Trichogramma)

Die 0,4-0,6 mm großen Schlupfwespen sind natürliche Feinde der Motten. Sie legen ihre Eier in die Motteneier, so dass daraus keine weiteren Lebensmittelmotten-Larven mehr heran reifen können. Schlupfwespen haben eine Lebens-erwartung von 2-3 Wochen und können sich ohne Motteneier nicht weiter vermehren, weshalb alle 2 Wochen weitere Schlupfwespen ausgelegt werden müssen. Nach ihrem Ableben gehen sie im Hausstaub unter. Schlupfwespen können Sie im Internet bestellen. z.B. hier:

http://www.ineturl.info/motten1

Die Schlupfwespen werden in visitenkartengroßen Kärtchen per Post geliefert. Sie sind sehr empfindlich und sollten deshalb nicht gedrückt oder aus den Kärtchen heraus gelöst werden. Legen Sie die gelieferten Kärtchen einfach so wie sie sind in die Mitte eines Schrankes. Die Schlupfwespen gehen selbst auf die Suche nach Motteneiern und erreichen dabei eine Reichweite von ca. 80-100 cm, weshalb je Schrank mit gefährdeten Lebensmitteln ein Kärtchen verwendet werden sollte. Um das beste Angebot zu finden ist es nicht nur wichtig die Zahl der benötigten Kärtchen zu kennen, sondern auch die Behandlungsdauer. Bei Erstbefall oder bei Vorsichtsmaßnahmen reichen meist 2-3 Monate aus, liegt ein längerer oder stärkerer Befall vor, sollte man 6 Monate in Betracht ziehen. In der Regel bekommen Sie nach Bestellung alle 2 Wochen per Post die Kärtchen zum Auslegen geliefert.

3 Lieferungen (für 6 Wochen) mit jeweils 4 Kärtchen kosten ca. 30 Euro.

2. Lebensmittelmottenfallen

Fallen für Lebensmittelmotten enthalten Sexuallockstoffe (Pheromone), die die männlichen Motten anlocken und in der Falle verkleben. Damit soll verhindert werden, dass die Männchen weitere Eier befruchten. Die weiblichen Motten werden damit nicht gefangen. Problematisch ist jedoch, dass die Männchen vorher noch Eier befruchten können, weshalb die Fallen nur als zusätzliche Maßnahme zur Bekämpfung von Motten sowie zur Kontrolle des Befalls geeignet sind. Die Fallen sollten nicht in Fensternähe angebracht werden um zu vermeiden, dass Motten von Außen angelockt werden und auch nicht in der Reichweite der Schlupfwespen.

2 Lebensmittelmottenfallen mit Wirkstoffen für 4-6 Wochen kosten im Internet oder in der Drogerie ca. 4 Euro, z.B. hier:

http://www.ineturl.info/motten2

3. Befallene Lebensmittel finden und entsorgen

Sofern ein Befall vorliegt, sollten alle Schränke ausgeräumt und alle Lebensmittel kontrolliert werden. Bei geringsten Anzeichen eines Befalls sollten die Lebensmittel entsorgt werden, denn wie bereits erwähnt sind befallene Lebensmittel gesundheitsschädlich. Die Schränke sollen bei dieser Gelegenheit gründlich gereinigt werden, möglichst auch hinter den Schränken an den Wänden. Befallene Lebensmittel sollten möglichst in einem gut verschlossenen Beutel tiefgefroren werden, damit die Motten und Motteneier absterben. Wer das nicht machen möchte, sollte die befallenen Lebensmittel zumindest schnellstens aus der Wohnung in einen entfernt stehenden Müll entfernt werden.

Autor: Jens Kirchner, Moselstr. 11, 64560 Riedstadt
Gesundheitsberater
http://www.jkirchner.net
http://www.hypnose-kirchner.de

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