2010
12.02

Es gibt Zeiten, zu denen ist die eigene Zeit so knapp bemessen, daß man versucht sich möglichst viel davon einzusparen. Und in genau dieser Zeit bin ich über einen Saugroboter gestolpert. Allerdings mußte ich feststellen, daß man sich mit dem Thema etwas intensiver beschäftigen sollte, bevor mal sich ein „billigeres“ Modell kauft und dann enttäuscht ist, weil dieses an jedem Teppich hängen bleibt, die Ecken nicht putzt, die Treppe runter fällt oder seine Arbeit direkt unter dem Bett beendet. Recherchiert man etwas im Internet, kommt man schnell zu der Meinung, daß die Geräte des amerikanischen Herstellers iRobot die besten Bewertungen haben. Die Modelle für den privaten Bedarf sind zwischen 299 und 529 Euro erhältlich. Eine Menge Geld, weshalb man sich nicht gut überlegen sollte ob die Anschaffung Sinn macht.

Kosten-Nutzen-Analyse

Zuerst mag man denken, daß es sich um Spielerei handelt oder um ein Gerät für besonders faule Leute. Vor allem Hausfrauen werden dazu neigen ihre Fähigkeiten nicht in Frage stellen zu lassen. Aber schauen wir doch mal, welche Vorteile so ein Saugroboter bietet:

Dank seiner geringen Höhe von wenigen Zentimetern kommt er unter Möbel wie Sofas, Betten etc. – welche Hausfrau schafft das schon problemlos bei jedem Putzeinsatz? Ich ärgere mich immer wieder darüber, daß sich unter dem Bett sehr schnell Staub ansammelt, der sich dann beim nächsten Lüften (also jeden Morgen) ans Tageslicht wagen könnte. Das nervt mich ungemein und ich wäre glücklich, wenn das Gerät mir diesen Anblick ersparen würde
– Der Saugroboter saugt nicht nur, er bürstet! Dadurch wird nicht nur loser Schmutz vom Boden aufgenommen, sondern auch Schmutz vom Boden gelöst. Diese Technik muß er auch anwenden, da die Saugkraft eines 1600 Watt-Staubsaugers wohl kaum in einem so kleinen Gerät untergebracht werden kann – wie lange sollte der Akku bei dieser Saugleistung durchhalten? Zumindest ist mit der Technik eine verbesserte Sauberkeit gegenüber dem Staubsaugereinsatz zu erwarten. Vor allem freue ich mich auf meinen Schlafzimmer-Teppich, den ich dann hoffentlich nicht mehr sauber bürsten muß. Probleme könnte er mit meinem Hochfloor-Teppich im Wohnzimmer bekommen
– Einig Geräte können so programmiert werden, daß sie zu bestimmten Zeiten selbsttätig loslegen ohne daß sich jemand darum kümmern muß. Danach fährt der Roboter dann wieder zurück in sein Körbchen – ähm, seine Ladestation und lädt seinen Akku wieder auf. Anders ausgedrückt: Wenn ich nach Hause komme, ist er mit seiner Arbeit fertig!

Wie bereits erwähnt ist Zeitersparnis manchmal Gold wert. 2-3x pro Woche Staub saugen (im Sommer täglich, sonst habe ich wieder Wollmäuse in der Ecke) und ab und zu auch mal den Teppich im Schlafzimmer bürsten werden ersetzt durch einmal wöchentlich das Gerät reinigen. Insgesamt erhoffe ich mir daraus eine Zeitersparnis von 60 Stunden pro Jahr.

Dem gegenüber stehen die doch enormen Anschaffungskosten und auch die laufenden Kosten sind nicht ohne. Diese rechne ich mal auf eine geschätzte Lebensdauer von 5 Jahren hoch:

Anschaffung : ca. 450 für das Modell, für das ich mich entschieden habe
Akku ca. 1x pro Jahr: 50 x 4 = 200 Euro
Service-Kit 1x pro Jahr: 30 x 4 = 120 Euro
Filter und Seitenbürste 1x pro Jahr: 20 x 4 = 70 Euro

Macht zusammen 840 Euro als Investition in 5 Jahre, die mir zusammen ca. 300 Stunden Arbeit ersparen sollen. Rechnet man das mal um, kommt man auf eine Investition von 2,80 Euro pro Stunde. Diese Investition war mir der Versuch dann mal wert.

First Contact – Der erste Kontakt

Ich hatte mich entschieden bei der Firma PrestigeLine24 GmbH zu bestellen, obwohl ich bei unbekannten Firmen erstmal ein ungutes Gefühl habe. Wenn ich über Amazon.de bestelle, habe ich etwas mehr Sicherheit, aber ich habe ein Sonderangebot gefunden, das sich durchaus interessant anhörte. Die Lieferung erfolgte innerhalb etwa einer Woche nach Bestellung und brachte bereits den ersten kleinen Schreck mit sich: Geliefert wurde ohne Umverpackung und die Verpackung selber war bereits offen. Ob dies durch den Transport passierte oder absichtlich, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls fehlte das Wireless Command Center im Wert von ca. 50 Euro. Noch am gleichen Tag schrieb ich eine Mail an die PrestigeLine24 GmbH, die mir am Folgetag mitteilte, daß man mir den Ersatz zusenden würde.

Zwischenzeitlich habe ich das Gerät ausgepackt, der Akku soll ja vor dem ersten Einsatz mindestens 16 Stunden geladen werden. Nach Anschluß an das Stromnetz fielen mir ein paar leichte Geräusche auf, die sich wie ganz leises stöhnen anhörten und die Lampe unter dem Hauptschalter verdunkelte sich rhythmisch, fast wie ein Herzschlag. Wollte der Hersteller damit etwa Emotionen wecken und der Maschine etwas lebendiges geben?

Die Spannung steigt

Am Tag danach wird das neue Gerät, das ich inzwischen „Robby“ getauft habe, natürlich ausprobiert. Zunächst einmal Raum für Raum. Start im Wohnzimmer, während ich auf der Coach sitze und ihn beobachte. Das wird aber nach wenigen Minuten langweilig, so daß ich mich (so war es ja auch vorgesehen) um andere Dinge kümmern kann. Zwischen drin aber immer mal wieder nach dem Rechten gesehen. Robby stellt sich geschickt im Umgang mit Hindernissen an und seine merkwürdig anmutende Fahrerei führt doch dazu, daß alles abgefahren wird, wenn auch wesentliche Teile des Raumes mehrfach. Dabei gibt es natürlich immer mal wieder Hindernisse:

– Den Hochfloorteppich sieht er im Frontalanlauf als Hindernis, was auch gut so ist, denn so bemüht er sich auch um die Kante des Teppichs. Im Winkel fährt er problemlos auf den Teppich, man hört ihm jedoch an, daß er sich etwas abmühen muß.
– Der Schreibtischstuhl ist etwas problematisch, da er zu breit ist um zwischen den Rollen durch fahren zu können. Gleiches gilt für 2 Ecken im Wohnzimmer, die vielleicht noch Robby-gerecht gestaltet werden können.
– Für die Couch ist er zu hoch – sehr schade! Eigentlich hatte ich das zuvor ausgemessen, aber bei der Höhenangabe des Gerätes ist nicht berücksichtigt, daß die Rollen das Gerät noch etwas nach oben drücken.
– In das Ende eines Netzwerkkabels hatte er sich wohl zwischenzeitlich verliebt, konnte sich aber selbst befreien, bevor ich ihm zur Hilfe kommen konnte.
– Mit dicken Stromkabeln hat er keine Probleme, wohl aber mit dünneren Kabeln. Aber auch daraus konnte er sich selbst befreien.

Nachdem er im Wohnzimmer fertig war, wollte ich natürlich sehen, was er so alles gefunden hat. Ich war erstaunt und erschreckt, wie viel Dreck er aufgenommen hat! Der (etwas zu kleine) Behälter sowie der Filter waren voll, so daß die letzten Krümel nicht mehr aufgenommen werden konnten.

Anschließend wurde Runde 2 im Flur gestartet, der L-förrmig ist. Die Tür einer kleinen Abstellkammer habe ich zudem noch geöffnet um mal zu sehen, wie er das Verwinkelte hin bekommt. Auch dieses kleine Zimmer hat er wunderbar sauber gemacht, ebenso den kompletten Flur. Als ich gerade aus dem Bad kam und vorsichtig die Tür öffnete, kam er direkt rein und fing mit der Arbeit an – so als wollte er mir damit zu verstehen geben, daß ich mich verkrümeln soll, damit er in Ruhe seine Arbeit machen kann. Also war das Bad anschließend auch gleich sauber!

In der Küche hat er einen Stuhl angestoßen und sich in einer Tasche verfangen, die daraufhin herab fiel. Hier konnte er sich nicht selbst befreien sondern meldete akustisch einen Fehler.

Der Akku war nach Abschluß der Küche erstmal leer und mußte aufgeladen werden, was ca. 2-3 Stunden dauerte. Anschließend ging es in das Schlafzimmer, in dem üblicherweise besonders viel Staub anfällt. Damit war er dann ordentlich beschäftigt. Unter dem Bett hat er auch gleich gut aufgeräumt und selbst den Teppich, den ich sonst regelmäßig sauber bürsten muß, ist fast so sauber wie nach der Anschaffung. Alleine vom Schlafzimmer waren Behälter und Filter wieder vollständig gefüllt.

Nachdem ca. 80% meiner kleinen Wohnung durch Robby gereinigt waren, warf ich noch einmal einen ungläubigen Blick auf die Sammlung im Abfalleimer. Das würde doch glatt einen Staubsaugerbeutel zu einem Drittel oder sogar zur Hälfte füllen! Da ich normalerweise nicht alle 2-3 Wochen den Staubsaugerbeutel wechseln muß, kann ich daraus schließen, daß Robby wesentlich mehr aufnimmt als ein handelsüblicher Staubsauger! Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen! Bei weiteren Durchläufen wird er nur den Dreck aufnehmen, der hinzu gekommen ist. Deshalb müßte es ausreichen Behälter und Filter 1-2x wöchentlich zu leeren.

Fazit:

Der Saugroboter Roomba 581 von iRobot ist ein hervorragendes Gerät, das eine bessere Reinigungsleistung erbringt als ein Staubsauger. Von Vorteil ist er vor allem für Menschen, die viel unterwegs sind und deshalb wenig Zeit haben oder für Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder des Alters körperlich eingeschränkt sind. Die Aufwände für das Staub saugen reduzieren sich damit enorm: Einschalten, starten, warten (am besten läßt man ihn alleine arbeiten), etwa 1x wöchentlich Behälter und Filter reinigen, sowie alle 2-3 Monate die Bürsten.

Links zum Thema:
unabhängige Produktübersicht und Testberichte
Hersteller des Rommba: iRobot.de
Saugroboter kaufen

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