2012
05.22

Wie bereits berichtet hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg  in der Angelegenheit nunmehr Anklage gegen einen 18-jährigen erwerbslosen Heidelberger erhoben. Inzwischen liegen weitere Informationen vor, die die kriminelle Energie des Beschuldigten zeigen und aufzeigen wie geschickt er Personen gegeneinander ausspielt und diese unter Druck setzt.Bei den folgenden Ausführungen beachten Sie bitte, daß es sich bisher lediglich um Vorwürfe der Staatsanwaltschaft handelt, der Beschuldigte aber noch nicht schuldig gesprochen wurde! Aber die Vorwürfe sind meiner Meinung keineswegs aus der Luft gegriffen und nach meinem Kenntnisstand längst nicht vollständig! Ich bitte weiterhin um Verständnis, daß ich nicht alle mir bekannten Details hier veröffentlichen kann.

Die Anklageschrift vom 20.03.2012 an das Jugendschöffengericht beinhaltet 24 Punkte, die vor allem auf die Abmahnungen zum Urheberrecht seit Herbst 2010 abzielen und damit auf gewerbsmäßigen Betrug (StGB §263). Nach meinen Recherchen gab es im Internet bereits glaubhafte Berichte über Strafanzeigen seit Sommer 2009, die offensichtlich nicht berücksichtigt wurden und auch nicht werden.  Ihm wird vorgeworfen in den Abmahnungen zwischen 107,50 und 237,50 Euro in Rechnung gestellt zu haben unter der Behauptung er verfolge Urheberrechtsverletzungen im Internet. Tatsächlich hatte er keinerlei Rechte an den Bildern. Zuletzt arbeitete er seit Herbst 2011 bis Februar 2012 mit erfundenen Firmennamen wie EK Digital, EK Design, A Design, SNA Inkasso, ANC Consulting etc.

17 Geschädigte haben Strafanzeige erstattet, aus denen sich eine Schadenssumme von 3217,80 Euro ergeben soll. Natürlich nur die Spitze des Eisberges, das was angezeigt wurde! Ca. 20 Zeugen werden geladen. Bis zum Sommer 2011 hatte ich bereits 7 oder 8 Opfer überzeugt Strafanzeige zu erstatten. Die Kollegen von priv-serv.net haben vor einiger Zeit angegeben 12-15 Opfer in den letzten 12 Monaten überzeugt zu haben. Möglicherweise gab es Überschneidungen, die Zahlen zeigen jedoch sehr deutlich, daß unsere Arbeit zur Strafverfolgung des Beschuldigten sehr wesentlich beigetragen hat!

In mindestens 2 Fällen wird dem Beschuldigten vorgeworfen deren Situation ausgenutzt zu haben um sie zu bewegen ihm Girokonten zur Verfügung zu stellen um die Überweisungen aus dieser Betrugsmasche entgegenzunehmen. Dies erfüllte den Tatbestand der Geldwäsche, ob sich die Beteiligten dafür verantworten müssen, ist mir nicht bekannt. Eines der Opfer war auch gleichzeitig zahlungswilliges Opfer der Urheberrechts-Masche, weshalb dieser damit unter Druck gesetzt wurde. Die Konten wurden benötigt, nachdem die Postbank zuvor bereits sein Konto gesperrt und Strafanzeige wegen Geldwäsche erstattet hatte.

In mindestens 2 Fällen wird ihm vorgeworfen Elektronikprodukte im Wert von jeweils 300-400 Euro auf den Namen Anderer Personen bestellt zu haben. Die Lieferung soll er anschließend entgegengenommen haben mit der Behauptung er würde das Paket an den Empfänger weitergeben. In einem Fall soll er sich dazu Zugang zu einem fremden WLAN verschafft haben. Im zweiten Fall soll er sogar den Namen einer nahen Familienangehörigen benutzt haben.

Weiterhin wird ihm vorgeworfen Ende 2010 bei einer Fischbörse im Internet massenweise Garnelen angeboten zu haben, die er aber nicht liefern konnte. Hier soll es um mehrere hundert Euro gegangen sein die Käufer ihm überwiesen haben.

Neben den in der Anklageschrift aufgeführten Punkten liegen zahlreiche weitere noch nicht berücksichtigte Strafanzeigen gegen den Beschuldigten vor u.a. wegen Verstößen gegen das Urheberrecht, Computermanipulation, Bedrohung, Körperverletzung, Verleumdung, Beleidigung, Rufschädigung, selbst vor Morddrohungen im Internet hat er nicht halt gemacht – wenige Wochen nach einer Hausdurchsuchung! Das zeigt sehr deutlich, daß er sich für Rechte Anderer nicht ansatzweise interessiert oder diese respektiert und sich einen Spaß daraus macht. Es ist deshalb davon auszugehen, daß er weiter macht, bis er vielleicht(!) irgendwann einmal hinter Gittern landet.

Bereits im Dezember 2011 wurde der Beschuldigte wegen Bedrohung und Körperverletzung schuldig gesprochen. Da er die Taten, die ihm aktuell vorgeworfen werden, als Minderjähriger begangen hat, ist zu erwarten, daß er nach Jugendstrafrecht behandelt wird und keine große Strafe bekommen wird. Ob und wie lange die Bevölkerung anschließend vor ihm geschützt wird, bleibt abzuwarten. Die Enttäuschung der Opfer ist aber absehbar!

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