2013
11.29

„Die Kosten des Verfahrens hat die Beklagte zu tragen.”, so wird ein Beschluss des Landgerichts Frankenthal in unserem letzten Newsbeitrag zum Thema Autokette zitiert. Die unterlegene ESSI Exclusive Solutions Service GmbH hat bis zum heutigen Zeitpunkt dem Antispam e.V. seine Kosten für das negative Feststellungsverfahren noch nicht erstattet.

Der Antispam e.V. setzt seit nunmehr beinahe einem Jahr alles daran, die entstandenen Kosten – eine Summe im vierstelligen Bereich – erstattet zu bekommen. Die Verantwortlichen der ESSI GmbH entziehen sich allerdings ihrer Verantwortung. Der Kostenfestsetzungsbeschluss des Landgerichts von Anfang Januar 2013 wurde ignoriert. Der vom Verein Antispam e.V. daraufhin beauftragte Gerichtsvollzieher stellte Mitte August 2013 fest, dass die ESSI GmbH nicht mehr an der im Handelsregister angegeben Adresse zu ermitteln sei.

Zwischenzeitlich hatte sich bei dem Portal Autokette.de und der ESSI GmbH allerdings einiges getan:

  • Am 03. April 2013 wurde E.T. als neue(r) Geschäftsführer(in) der ESSI GmbH bestellt und löste T.A. ab. Mitte April übernahm E.T. die Geschäftsanteile von T.A.
  • Im Juni wurde die Plattform autokette.de dann von einer Chain Media GmbH (i.G.) aus Solingen unter der Geschäftsführung eines C.Q. übernommen. In einem mittlerweile nicht mehr verfügbaren Newsbeitrag auf der Plattform autokette.de distanzierte man sich von zweifelhaften Marketingaktivitäten der ESSI GmbH, wolle aber auf jeden Fall das kostenlose Modell der Plattform beibehalten.
  • Am 08. Juli 2013 wurde dann ein bulgarischer Staatsbürger H.A. als Geschäftsführer der ESSI GmbH bestellt, der E.T. ablöste. Herr H.A. übernahm alle Geschäftsanteile von E.T.
  • Am 25. Oktober 2013 wurde auf der Plattform autokette.de bekanntgegeben, dass diese nunmehr von der ESI Europa Solutions International Holding Germany GmbH übernommen wurde, deren langjähriger Geschäftführer C.A. der Vater des Gründngsgeschäftsführers der ESSI GmbH T.A. ist. Zum Zeitpunkt der Übernahme der Plattform war allerdings schon der gleiche bulgarische Staatsbürger H.A. als Geschäftsführer der ESI GmbH bestellt (der letzte Geschäftsführerwechsel erfolgte dort Mitte Juni 2013).

Nach dem Wechsel der Plattform von der ESSI GmbH zur Chain Media GmbH beantragte der Antispam e.V. für die immer noch ausstehende Forderung beim Landgericht Frankenthal eine Drittschuldnerpfändung gegen die Chain Media GmbH. Das Landgericht hat einen entsprechenden Beschluss erlassen, auf den bis zum Zeitpunkt dieses Berichts ebenfalls noch keine Zahlung erfolgte.

Der Antispam e.V. beobachtet mit großem Interesse das Bäumchen-wechsle-Dich der Autokette. Offenbar ist das Projekt doch nicht so erfolgreich, wie man in Selbstdarstellungen vorgibt. Es ist nach wie vor fraglich, wie die Plattform Gewinne erzielen soll. Und sehr verwunderlich, dass Herr H.A. zweimal hohe fünfstellige Summen ausgibt, um die Gesellschaftsanteile an der ESSI GmbH und der ESI GmbH zu übernehmen. Wie überhaupt die Verschiebung der Plattform über drei Gesellschaften.

Wir werden auch weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um die Kosten für unseren Rechtsstreit einzutreiben; weitere Berichte über den Fortgang folgen.

Article source: http://www.antispam-ev.de/news/index.php?/archives/314-Die-neuen-Leiden-der-Autokette-Teil-3.html

Share
2013
10.19

Seit einer Woche sind Lebensmittel der Klasse 2 in einigen Supermärkten erhältlich. In der Presse werden diese häufig als „B-Ware“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, denn sie suggeriert, daß es sich um Lebensmittel minderer Qualität handelt.

Read More >>

Share
2013
10.18

Verbraucherzentralen warnen aktuell vor Mahnschreiben in roten Umschlägen, in denen ein Rechtsanwalt namens Patrick Richter aus Hamburg Forderungen für die türkische Firma Atli Telemarket Ltd. aus einem angeblich telefonisch abgeschlossenen Vertrag für einen Gewinnspielservice MWS – 2010 erhebt.
http://www.vz-nrw.de/atli-telemarket-ltd-

Es gibt eine Webseite (rechtskraft.jimdo.com), mit welcher der Rechtsanwalt Patrick Richter augenscheinlich seine Mahnschreiben wegen Forderungen eines uralten Gewinnspielprojekts untermauern will. Jedenfalls wird die Webseite ausweislich des dortigen Impressums von diesem Anwalt verantwortet. Von der Richtigkeit der Angaben im Impressum als Grundlage dieses Artikels wird bis auf weiteres ausgegangen.

Starker Tobak: der Anwalt beruft sich sogar auf die Berichterstattung von Verbraucherschutzportalen, durch die angeblich die Rechtmäßigkeit der Forderungen ebenfalls unterstützt werde. Sogar auf eine Webseite des Antispam-Wiki beruft er sich. Hierbei verlinkt er aber lediglich auf eine Textstelle, wo unser Verein über das Widerrufsrecht bei telefonischen Verträgen informiert.

Zur Klarstellung:

Keinesfalls ist der Verein Antispam e.V. der Rechtsansicht, dass die Forderungen des Gewinneintragungsdienstes mws-2010 rechtmäßig seien. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich nach hiesiger Rechtsansicht um ein Betrugsmodell. So hat denn auch bereits die Staatsanwaltschaft Berlin mehrere Konten der Berliner “World Com Service GmbH” pfänden lassen (Az.: 67 Js 683/10). Veröffentlicht im Bundesanzeiger am 16.09.2011.

Es kann also überhaupt gar keine Rede davon sein, dass die Betroffenen etwa “…keine realistische Chance [hätten], den Vertragsschluss erfolgreich abzustreiten”, wie es der Anwalt frech und dreist behauptet.

Stolz präsentiert er auf der Webseite mehrere Muster angeblicher “Beweismittel”, darunter zwei Gesprächsaufzeichnungen sowie einer sogenannten “Auftragsbestätigung” seitens der “Firma MWS-2010″. Bereits dabei hätte es ihm als Juristen zwingend auffallen müssen, dass das Schreiben nicht die rechtlichen Anforderungen an Geschäftsbriefe erfüllt. So fehlt auf dem Schreiben die Angabe der Umsatzsteuernummer sowie der ladungsfähigen Anschrift des Unternehmens. Was auch nicht weiter verwundert. Denn: eine in Deutschland eingetragene “Firma MWS-2010″ gibt es nämlich nicht, sie ist in keinem Handelsregister zu finden. Die angegebene Adresse Rosa-Luxemburg-Str. 15 in Berlin gehört der Filiale des bekannten Briefkasten-Dienstes Mail Boxes Etc., es handelt sich somit nicht wie vorgeschrieben um eine ladungsfähige Anschrift, sondern um eine reine Briefkastenadresse. Diese Vorgehensweise ist immer wieder für Gewinnspielbetrüger typisch.

Tatsächlich haben ja auch die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft ergeben, dass in Wirklichkeit die Berliner Firma World Com Services GmbH hinter dem Geschäftsmodell gesteckt hat. Neben dem Projekt “MWS-2010″ wurden etliche weitere Projekte mit solchen Phantomnamen betrieben, wie dies für die Kreise der Gewinnspielbetrüger typisch ist.

Der Anwalt legt auch nicht dar, auf welche Weise nun plötzlich die angeblich von ihm vertretene türkische Firma “Atli Telemarket Ltd.” Inhaberin der Forderungen geworden sein soll. Eine Abtretungsurkunde wird, soweit bekannt, jedenfalls nicht beigebracht.

Im übrigen beweisen auch die vom Anwalt stolz auf der Webseite präsentierten Audiodateien keinesfalls einen gültigen Vertragsschluss. So wird schon kein nachvollziehbarer Vertragspartner am Telefon genannt, denn – wie gesagt: eine eingetragene “Firma MWS-2010″ gibt es schlichtweg nicht, und es wird auch nicht erkennbar, für welche Firma der Ausdruck “MWS-2010″ eine Geschäftsbezeichnung sein sollte. Mit einem nicht identifizierbaren Phantom kommt jedoch nach deutschem Recht kein wirksamer Vertrag zustande. Hinzu kommen noch weitere Rechtsmängel, etwa die nicht erfolgte Aufklärung über das Widerrufsrecht.

Die Widerrufsbelehrung in dem “Begrüßungsschreiben” der MWS-2010 ist selbstverständlich ebenfalls komplett unwirksam, da sie zum einen nicht wie gefordert optisch aus dem Text hervorgehoben wird, und da zum anderen auch hier nur auf die nicht näher identifizierbare Firma sowie auf die Briefkastenadresse an der Luxemburger Straße 15 in Berlin verwiesen wird.

Alle diese vielen drastischen Ungereimtheiten können einem studierten Juristen und zugelassenen Rechtsanwalt schlichtweg nicht verborgen geblieben sein, weshalb sich der Anwalt unserer Meinung nach auch nicht auf das ansonsten branchenübliche “Nichtwissen” und “Nichtsahnen” berufen kann. Vielmehr wäre es lebensfremd, hier etwas anderes anzunehmen als pure Böswilligkeit im Rahmen der Beitreibung von ersichtlich nicht bestehenden Forderungen.

Also Konsequenz daraus empfehlen wir den Betroffenen:

1) Zahlen Sie nicht.

2) Ignorieren Sie die dreisten Mahnschreiben. Es gibt keinerlei Rechtspflicht, auf so einen Unsinn überhaupt auch nur antworten zu müssen.

3) Falls die Gegenseite es mit dem gerichtlichen Mahnverfahren probiert und ein gelber Brief mit einem Mahnbescheid ins Haus flattert: legen Sie rechtzeitig Widerspruch ein. Es erscheint allerdings eher unwahrscheinlich, dass es dazu kommt.

4) Ansonsten kann dieser Anwalt Ihnen überhaupt gar nichts. Rechtsanwälte sind keine Behörden, die haben keinerlei Sondervollmachten. Solange RA Richter nicht gegen Sie klagt und auch noch den Prozess gewinnt – was nach Lage der Dinge bei angemessener Gegenwehr als komplett aussichtslos für ihn gelten darf – haben Sie nichts zu befürchten.

5) Aufgrund der sich hier darstellenden Sachlage, nämlich: der Beitreibung von Forderungen ohne nachvollziehbare Legitimation des Anspruchsinhabers, und angesichts des längst in gleicher Sache laufenden Rückgewinnungshilfeverfahrens und Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft Berlin, empfehlen wir den Betroffenen,

wegen des versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs gegen den Rechtsanwalt Patrick Richter, Gertigstraße 28 22303 Hamburg, zu erstatten. Unter Hinweis auf das in Berlin bereits laufende Verfahren mit dem Aktenzeichen 67 Js 683/10.

Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Berlin, Turmstraße 91, 10559 Berlin.

6) Zu Zwecken der Recherche bittet der Verein Antispam e.V. die Betroffenen, die uns unterstützen möchten, uns eine Kopie des Mahnschreibens an unsere Vereinsadresse zukommen zu lassen. (Adresse im Impressum) [Update] Eine Betroffene hat dem Verein über ihre Angehörigen eine Kopie des Schreibens zukommen lassen, das wir im Forum veröffentlicht haben. Wir danken für die Zusendung und die Genehmigung der Veröffentlichung!

Und, Herr Rechtsanwalt Richter, damit wir uns hier richtig verstehen: es wird Ihnen nichts nutzen, die Webseite vom Netz zu nehmen. Der Inhalt wurde durch mehrere Zeugen gesichert. Und einen schönen September wünschen wir Ihnen noch.

Article source: http://www.antispam-ev.de/news/index.php?/archives/313-Update-Rechtsanwalt-Patrick-RichterHamburg-mahnt-fuer-betruegerisches-Gewinnspielprojekt-MWS-2010.html

Share
2013
09.01

Verbraucherzentralen warnen aktuell vor Mahnschreiben in roten Umschlägen, in denen ein Rechtsanwalt namens Patrick Richter aus Hamburg Forderungen für die türkische Firma Atli Telemarket Ltd. aus einem angeblich telefonisch abgeschlossenen Vertrag für einen Gewinnspielservice MWS – 2010 erhebt.
http://www.vz-nrw.de/atli-telemarket-ltd-

Es gibt eine Webseite (rechtskraft.jimdo.com), mit welcher der Rechtsanwalt Patrick Richter augenscheinlich seine Mahnschreiben wegen Forderungen eines uralten Gewinnspielprojekts untermauern will. Jedenfalls wird die Webseite ausweislich des dortigen Impressums von diesem Anwalt verantwortet. Von der Richtigkeit der Angaben im Impressum als Grundlage dieses Artikels wird bis auf weiteres ausgegangen.

Starker Tobak: der Anwalt beruft sich sogar auf die Berichterstattung von Verbraucherschutzportalen, durch die angeblich die Rechtmäßigkeit der Forderungen ebenfalls unterstützt werde. Sogar auf eine Webseite des Antispam-Wiki beruft er sich. Hierbei verlinkt er aber lediglich auf einen Textanker, wo unser Verein über das Widerrufsrecht bei telefonischen Verträgen informiert.

Zur Klarstellung:

Keinesfalls ist der Verein Antispam e.V. der Rechtsansicht, dass die Forderungen des Gewinneintragungsdienstes mws-2010 rechtmäßig seien. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich nach hiesiger Rechtsansicht um ein Betrugsmodell. So hat denn auch bereits die Staatsanwaltschaft Berlin mehrere Konten der Berliner “World Com Service GmbH” pfänden lassen (Az.: 67 Js 683/10). Veröffentlicht im Bundesanzeiger am 16.09.2011.

Es kann also überhaupt gar keine Rede davon sein, dass die Betroffenen etwa “…keine realistische Chance [hätten], den Vertragsschluss erfolgreich abzustreiten”, wie es der Anwalt frech und dreist behauptet.

Stolz präsentiert er auf der Webseite mehrere Muster angeblicher “Beweismittel”, darunter zwei Gesprächsaufzeichnungen sowie einer sogenannten “Auftragsbestätigung” seitens der “Firma MWS-2010″. Bereits dabei hätte es ihm als Juristen zwingend auffallen müssen, dass das Schreiben nicht die rechtlichen Anforderungen an Geschäftsbriefe erfüllt. So fehlt auf dem Schreiben die Angabe der Umsatzsteuernummer sowie der ladungsfähigen Anschrift des Unternehmens. Was auch nicht weiter verwundert. Denn: eine in Deutschland eingetragene “Firma MWS-2010″ gibt es nämlich nicht, sie ist in keinem Handelsregister zu finden. Die angegebene Adresse Rosa-Luxemburg-Str. 15 in Berlin gehört der Filiale des bekannten Briefkasten-Dienstes Mail Boxes Etc., es handelt sich somit nicht wie vorgeschrieben um eine ladungsfähige Anschrift, sondern um eine reine Briefkastenadresse. Diese Vorgehensweise ist immer wieder für Gewinnspielbetrüger typisch.

Tatsächlich haben ja auch die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft ergeben, dass in Wirklichkeit die Berliner Firma World Com Services GmbH hinter dem Geschäftsmodell gesteckt hat. Neben dem Projekt “MWS-2010″ wurden etliche weitere Projekte mit solchen Phantomnamen betrieben, wie dies für die Kreise der Gewinnspielbetrüger typisch ist.

Der Anwalt legt auch nicht dar, auf welche Weise nun plötzlich die angeblich von ihm vertretene türkische Firma “Ali Telemarket Ltd.” Inhaberin der Forderungen geworden sein soll. Eine Abtretungsurkunde wird, soweit bekannt, jedenfalls nicht beigebracht.

Im übrigen beweisen auch die vom Anwalt stolz auf der Webseite präsentierten Audiodateien keinesfalls einen gültigen Vertragsschluss. So wird schon kein nachvollziehbarer Vertragspartner am Telefon genannt, denn – wie gesagt: eine eingetragene “Firma MWS-2010″ gibt es schlichtweg nicht, und es wird auch nicht erkennbar, für welche Firma der Ausdruck “MWS-2010″ eine Geschäftsbezeichnung sein sollte. Mit einem nicht identifizierbaren Phantom kommt jedoch nach deutschem Recht kein wirksamer Vertrag zustande. Hinzu kommen noch weitere Rechtsmängel, etwa die nicht erfolgte Aufklärung über das Widerrufsrecht.

Die Widerrufsbelehrung in dem “Begrüßungsschreiben” der MWS-2010 ist selbstverständlich ebenfalls komplett unwirksam, da sie zum einen nicht wie gefordert optisch aus dem Text hervorgehoben wird, und da zum anderen auch hier nur auf die nicht näher identifizierbare Firma sowie auf die Briefkastenadresse an der Luxemburger Straße 15 in Berlin verwiesen wird.

Alle diese vielen drastischen Ungereimtheiten können einem studierten Juristen und zugelassenen Rechtsanwalt schlichtweg nicht verborgen geblieben sein, weshalb sich der Anwalt unserer Meinung nach auch nicht auf das ansonsten branchenübliche “Nichtwissen” und “Nichtsahnen” berufen kann. Vielmehr wäre es lebensfremd, hier etwas anderes anzunehmen als pure Böswilligkeit im Rahmen der Beitreibung von ersichtlich nicht bestehenden Forderungen.

Also Konsequenz daraus empfehlen wir den Betroffenen:

1) Zahlen Sie nicht.

2) Ignorieren Sie die dreisten Mahnschreiben. Es gibt keinerlei Rechtspflicht, auf so einen Unsinn überhaupt auch nur antworten zu müssen.

3) Falls die Gegenseite es mit dem gerichtlichen Mahnverfahren probiert und ein gelber Brief mit einem Mahnbescheid ins Haus flattert: legen Sie rechtzeitig Widerspruch ein. Es erscheint allerdings eher unwahrscheinlich, dass es dazu kommt.

4) Ansonsten kann dieser Anwalt Ihnen überhaupt gar nichts. Rechtsanwälte sind keine Behörden, die haben keinerlei Sondervollmachten. Solange RA Richter nicht gegen Sie klagt und auch noch den Prozess gewinnt – was nach Lage der Dinge bei angemessener Gegenwehr als komplett aussichtslos für ihn gelten darf – haben Sie nichts zu befürchten.

5) Aufgrund der sich hier darstellenden Sachlage, nämlich: der Beitreibung von Forderungen ohne nachvollziehbare Legitimation des Anspruchsinhabers, und angesichts des längst in gleicher Sache laufenden Rückgewinnungshilfeverfahrens und Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft Berlin, empfehlen wir den Betroffenen,

wegen des versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs gegen den Rechtsanwalt Patrick Richter, Gertigstraße 28 22303 Hamburg, zu erstatten. Unter Hinweis auf das in Berlin bereits laufende Verfahren mit dem Aktenzeichen 67 Js 683/10.

Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Berlin, Turmstraße 91, 10559 Berlin.

Und, Herr Rechtsanwalt Richter, damit wir uns hier richtig verstehen: es wird Ihnen nichts nutzen, die Webseite vom Netz zu nehmen. Der Inhalt wurde durch mehrere Zeugen gesichert. Und einen schönen September wünschen wir Ihnen noch.

Article source: http://www.antispam-ev.de/news/index.php?/archives/313-Rechtsanwalt-Patrick-RichterHamburg-mahnt-fuer-betruegerisches-Gewinnspielprojekt-MWS-2010.html

Share
2013
08.30

Dem Verein Antispam e.V. wurden zwei Mitschnitte zugespielt, die dokumentieren, wie dreist und unverfroren Telefonabzocker mittlerweile vorgehen. Wir veröffentlichen sie hier als erschütterndes Beispiel für die Skupellosigkeit der Telefonmafia.

Die Anrufe wurden von einer Frau aufgezeichnet, die sich als ältere, leicht demente Dame ausgibt und sehr überzeugend ein durchschnittliches Opfer der Telefonmafia spielt. Sowohl der Name, unter dem sie von den Telefonabzockern angesprochen wird, wie auch die Anschrift, die in einem nicht aufgezeichneten Teil eines Gesprächs genannt wird, passen nicht zu der Familie der Frau, die sich hier als alte Dame ausgibt. Sie kann sich nicht erklären, wie die Telefonabzocker diese Daten zusammengestellt haben. Laut Angabe des Call-Center-Agents soll die Angerufene in Hamburg wohnen, die Nummer, die gewählt wurde, führt allerdings ins Schwäbische (wie man dem Dialekt ja auch leicht entnehmen kann). Da wir nicht ausschließen können, dass die alte Dame tatsächlich existiert, haben wir die Stellen, an denen ihr Name genannt wird, durch einen Piepton ersetzt.

Im ersten Mitschnitt ruft ein Stefan Wagner die „alte Dame“ an und gibt vor, im Namen der Staatsanwaltschaft Berlin anzurufen. Die Dame müsse so schnell wie möglich 2000 Euro auf ein Privat-Konto bei einer Berliner Bank überweisen, sonst würde die Polizei zu ihr kommen, denn sie sei von einem Gewinnspielanbieter angezeigt worden. Nur die umgehende Zahlung von 2000 Euro könne dies verhindern; es wird ein enormer Zeitdruck aufgebaut. Die wiederholten, geschickt eingebauten Fragen der „alten Dame“, was denn nun genau gegen sie vorliege und warum sie zahlen muss, werden ausweichend oder gar nicht beantwortet. Am Ende steigert sich der Call-Center-Agent in wüste Beschimpfungen. Mangels guter Ausreden endet er damit, dass die Sache nun an die Polizei weitergeleitet würde.

Der zweite Mitschnitt ist der eines Anrufs, der ein paar Stunden nach dem der angeblichen Bezirksstaatsanwaltschaft stattfand. Diesmal ruft ein Stefan Becker, angeblich von der Kriminalpolizei in Berlin an. Auch Herr Becker versucht, die „alte Dame“ davon zu überzeugen, dass sie unbedingt so schnell wie möglich, am besten direkt nach dem Anruf, die 2000 Euro auf das Berliner Privat-Konto überweisen solle. Nur so könne verhindert werden, dass die Frau vor Gericht komme und in U-Haft genommen werde. Herr Becker ist ebenfalls nicht in der Lage, die Fragen und Einwände der „alten Dame“ zufriedenstellend zu beantworten.

Doch hören (und/oder lesen) Sie selbst: Hier sind die beiden Mitschnitte, dazu noch zwei Transkripte, denn einige Passagen sind nur schwer verständlich:
Abzockanruf der angeblichen Bezirksstaatsanwaltschaft Berlin, Herr Stefan Wagner (mp3; 5,4 MB) Transkript des Abzockanrufs der angeblichen Bezirksstaatsanwaltschaft Berlin (PDF; 414 kB)
Abzockanruf der angeblichen Kriminalpolizei Berlin, Herr Stefan Becker.mp3 (mp3; 3,5 MB) Transkript des Abzockanrufs der angeblichen Kriminalpolizei Berlin (PDF; 411 kB)
Die Mitschnitte liegen dem Verein Antispam e.V. in nicht anonymisierter Form vor. Wir danken der „alten Dame“ dafür, dass sie die Mitschnitte dem Verein zur Veröffentlichung überlassen hat. Die Bearbeitung der Audiodateien wurde von Vereinsmitgliedern vorgenommen, ebenso wie die Transkription.

Der Verein steht gegenwärtig in Kontakt mit der „alten Dame“; gemeinsam beraten wir über das beste Vorgehen gegen diese Telefonabzocker (Anzeige usw.). Rückfragen können über das Kontaktformular gestellt werden. Wir leiten sie dann ggf. weiter.

Nachtrag: In einer Pressemitteilung vom 09. November 2011 warnt das Amtsgericht München vor einer Betrugsmasche, in der Anrufer vorgeben, im Auftrag des Amtsgerichts München zu handeln. Bei den dort besprochenen Anrufen kann es sich um die gleiche Masche handeln. Es ist davon die Rede, dass man sich als Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale München ausgebe und vorgebe, dass die Angerufenen mit Zahlungen so sehr im Rückstand seien, dass nun das Amtsgericht die Verbraucherzentrale mit der Eintreibung beauftragt habe. Dieses Vorgehen ist selbstredend Unsinn, das Amtsgericht würde im Falle einer berechtigten Forderung selber tätig werden. Es zeigt aber ein weiteres Mal, wie unverschämt mittlerweile abgezockt wird.

Update vom 30.08.2013: Die Badische Zeitung berichtet im Artikel “Telefon-Betrüger werden immer dreister von einem Vorfall, bei dem die hier geschilderte Masche noch perfider gemacht wurde. Dort begann es mit einem gefälschten Anruf der Staatsanwaltschaft, wobei allerdings auch die Telefonnummer, die auf dem Display des Opfers erscheint, mit technischen Mitteln, sog. Call-ID-Spoofing, manipuliert wurde. Als vermeintliche Nummer des Anrufers erschien nach Schilderung der Badischen Zeitung die tatsächliche Nummer der Staatsanwaltschaft.

Die Betrüger gingen sogar noch einen Schritt weiter: Als das Opfer den Namen ihres Anwalts ins Spiel brachte, wurde sogar ein Anruf getätigt, bei dem die Nummer der Anwaltskanzlei als (gespoofte) Nummer auf dem Display erschien. Man gab dann vor, als der genannte Anwalt anzurufen, und forderte das Opfer auf, schnell zu zahlen. Das Opfer ging davon aus, dass tatsächlich ihr Anwalt anrief, und wollte zahlen. Nur durch glückliche Fügung wurde dies verhindert.

Die Methoden der Abzocker werden also immer perfider. Schützen Sie sich, und gehen Sie niemals auf solche Anrufe ein! Wenn Sie Zweifel haben, legen Sie auf und rufen Sie bei demjenigen an, der vorgibt, Sie angerufen zu haben. Suchen Sie sich dessen Nummer dabei aus dem Telefonbuch, um sicherzugehen, dass Sie auch den Richtigen (hier Staatsanwaltschaft und Anwaltskanzlei) anrufen und nicht bei einem gespooften Anschluss landen.

Article source: http://www.antispam-ev.de/news/index.php?/archives/300-Update-C-wie-Zebra-oder-Wie-dreist-die-Telefonabzocker-mittlerweile-vorgehen.html

Share
2013
03.07

Bereits vor einiger Zeit berichteten wir über Betrugsanrufe aus dem Umfeld der Gewinnspielmafia. Bei diesen Betrugsanrufen meldete sich eine angebliche “Staatsanwaltschaft” bei den meist älteren Opfern von Gewinnspielbetrugsfirmen und forderte die Betroffenen unter wüsten Drohungen auf, hohe Geldbeträge wegen nicht gezahlter Forderungen aus Gewinnspieleintragungen einzuzahlen – sonst käme bald Polizei und Staatsanwalt ins Haus. Damals hatte uns ein Forenmitglied dankenswerterweise Mitschnitte solcher Betrugsanrufe zur Verfügung gestellt.

Heute berichten wir erneut über ganz ähnliche Anrufe, und wir haben wieder einmal neue Mitschnitte. Das Forenmitglied fängt regelmäßig solche Betrugsanrufe ab, die eigentlich an ein älteres Familienmitglied adressiert waren, sie hält die Anrufer ein Weilchen hin. Diesmal meldet sich eine angebliche “Datenschutzzentrale”, die angeblich vom Staat beauftragt sei und mit der Staatsanwaltschaft sowie den Datenschutzbehörden zusammenarbeite. Es wird behauptet, es gebe wegen Forderungen aus Gewinnspielen einen “Vollstreckungsprozess” vom Amtsgericht in Höhe von 9000 Euro. Diese “Vollstreckung” könne man noch stoppen, aber hierzu sei unbedingt die Zahlung von z.B. 2000 Euro notwendig. Das Geld solle per Nachnahme gezahlt werden.

Es ist bekannt, dass die Ermittlung der Täter bei betrügerischen Nachnahmesendungen leider sehr schwierig ist. Das Geld wäre also als Totalverlust zu verbuchen. Natürlich gibt es keinerlei Gegenleistung. Eine “Datenschutztentrale”, die “über die Staatsanwaltschaft” den “Vollstreckungsprozess” stoppen könnte, gibt es natürlich nicht. Jemand, der ein wenig Ahnung von der rechtlichen Materie hat, hört sofort heraus, was für ein hanebüchener und verlogener, verfaulter Unsinn da erzählt wird. Da heißt es unter anderem wortwörtlich (migrationsdeutscher Akzent original wiedergegeben):

…da haben wir natürlich noch Zeit, eine Widerrufsakte zu erstellen, Frau XXX. Und zwar, weil wir natürlich jetzt bei die staatliche Behörden … also… die Rechtsschutz… äääh… registriert sind, wurde uns jetzt die Akte auch eingereicht, wir haben das natürlich vorsichtshalber durch die Rechtsabteilung vorsichtshalber kontrollieren lassen, Frau XXX, und es handelt sich hier um einige Unternehmen, mit denen Sie – also Gewinnspielunternehmen, mit denen sie in der Vergangenheit, in der ehemaligen Zeit, zu tun gehabt haben, Frau XXX, ja? – Und es besteht jetzt eine Gesamtforderung von über 9000 Euro beim Amtsgericht Stuttgart…

Netterweise wird die Betroffene vor “die Wahl” gestellt, die Sache selbst über einen Anwalt zu regeln – dabei entstünden aber Anwaltskosten von 1500 Euro, zusätzlich sei auf jeden Fall mindestens 4000 Euro von der Forderung zu bezahlen. Da habe man, weil man vom Staat beauftragt sei, eine bessere Möglichkeit: die Betroffene solle 2000 Euro über eine Nachnahmesendung zahlen – damit sei die Sache aus der Welt, und künftig sei sie auch vor weiteren Nachstellungen von Inkassobüros wegen der Gewinnspiele geschützt, weil künftig das alles direkt über die Staatsanwaltschaft bearbeitet werde. Die Staatsanwaltschaft werde auch die Tonaufzeichnungen einziehen und “im Datenschutzarchiv” verbunkern bzw. vernichten, so dass künftig keine “Beweise” mehr gegen die Betroffene vorgebracht werden könnten.

Hier im folgenden die anonymisierten Wiedergaben der Tonaufzeichnungen:

=Datenschutzzentrale_edit.mp3
=Soundclip29_edit.mp3
=Soundclip30_edit.mp3

Der informierte Zeitgenosse, der seine Rechte kennt, würde natürlich angesichts so eines absurden Geschwurbels spätestens nach dem dritten Satz in schallendes Gelächter ausbrechen und anschließend die Frau Thusnelda fragen, ob sie eigentlich noch alle Tassen im Schrank hat und ernsthaft selbst den Mist glaubt, den sie da erzählt.

Unserem Forenmitglied gelingt es immer wieder vorzüglich, das Verhalten einer unsicheren alten Frau am Telefon nachzustellen, um die Sprecherinnen hinzuhalten, teilweise über 10 Minuten lang, bis diese erkennen müssen, dass sie hier nicht weiterkommen, weil die alte Dame leider auf stur schaltet und so gar nicht “einsichtig” ist.

Anders wird der Fall dagegen bei den tatsächlich anvisierten Opfern liegen. Wahrscheinlich wird hier selektiv die Zielgruppe solcher Senioren herausgesucht, die in der Vergangenheit tatsächlich Bekanntschaft mit den vielfältigen Fangarmen des Wiener Gewinnspielkarussells gemacht haben, und die auch bereits massiv von Inkassobüros und Anwälten mit Zahlungsaufforderungen belästigt wurden. Die Daten dieser Betroffenen dürften im illegalen Adresshandel kursieren bzw. direkt aus der Quelle des Wiener Karussells stammen. Es ist anzunehmen, dass die Betroffenen zum einen rechtsunkundig sind und zum anderen auch leicht manipulierbar, verängstigt aufgrund der massiven Probleme bis hin zur Zahlungsunfähigkeit, wenn monatlich gleich fünf oder mehr dieser illustren “Gewinnspieleintragungsdienste” das Konto geplündert haben. Diese Personen sind verunsichert und kennen ihre Rechte nicht. Daher kann als sicher gelten, dass ein guter Teil der Betroffenen leider die Nachnahmesendungen annehmen und bezahlen wird.

Diese Abzockerei ist Spezialität mehrerer Banden, die teilweise aus der Türkei, teilweise aber auch aus Deutschland agieren (herzlichen Gruß an die Saubande aus Hilden an dieser Stelle). Irgendwann – es ist alles nur eine Frage der Zeit – wird sich auch diese Bande an ihrer eigenen Geldgeilheit verschlucken und den Ermittlern ins Netz gehen. Es haben schon ganz andere gedacht, es könne ihnen schon nichts passieren. Gruß an Herrn E. aus Frankfurt, Gruß an die Herren K., A., und M. und jetzt auch an Herrn B. aus Wien an dieser Stelle.

Sollten die beiden anrufenden Damen sich selbst anhand ihrer liebevollen Stimmchen wiedererkennen, so seien diese gerne aufgefordert, unter Mitteilung ihrer ladungsfähigen Anschrift ein Löschgesuch an unseren Verein zu richten – wegen “Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte”. Meine Damen! Sie können getrost davon ausgehen, dass es hier ein hinreichendes öffentliches Interesse an der Veröffentlichung Ihrer Betrugsmaschen inklusive der Tonaufzeichnungen gibt. Ihre Persönlichkeitsrechte unterliegen in diesem Fall eindeutig gegenüber dem öffentlichen Interesse. Des weiteren dürfen Sie sicher sein, dass wir – sobald uns Ihre echten Namen vorliegen, was schneller der Fall sein kann, als Sie denken – postwendend gegen Sie Strafanzeige wegen Beihilfe zum banden- und gewerbsmäßigen Betrug erstatten werden – § 263 Abs. 3 StGB. Mindestens ein saftiger Strafbefehl, wenn nicht ein 6-monatiger Aufenthalt im Cafe Viereck sollte Ihnen beiden hierbei sicher sein. Dort jedenfalls gehören Sie beide unserer Ansicht nach dringend einmal hin, Ihr sicherlich äußerst liebenswerter Chef, der sich dieses so schwachsinnige wie unverschämte Skript ausgedacht hat, ebenfalls.

Es gibt nicht die geringste Rechtfertigung für das, was Sie da machen. Finanzielle Not rechtfertigt beileibe nicht das, was Sie sich hier an boshafter Dreistigkeit und Frechheit gegenüber alten Menschen herausnehmen. Wie können Sie beiden Herzchen eigentlich morgens in den Spiegel schauen, ohne dass Ihnen speiübel wird? Möge Ihnen Ihre Frechheit einmal im Hals steckenbleiben. Hinsichtlich Ihres widerwärtigen Chefs haben wir solche Bedenken nicht, der dürfte wohl vollends schmerzbefreit sein – der ist sicherlich der Ansicht, das was er da treibt, gehöre zu seinen verbrieften Grundrechten im Rahmen kreativen Unternehmertums.

Nun denn, nur weiter. Irgendwann kriegen sie Euch alle. Es ist schon ganz anderen die Rolex vom Arm weggepfändet worden.

Article source: http://www.antispam-ev.de/news/index.php?/archives/311-Betrugsanrufe-von-der-Datenschutzzentrale-angebliche-Hilfe-gegen-Gewinnspielabzocke.html

Share
2013
01.29

Wer ein Abenteuer erleben will, muß keinen teuren Abenteuerurlaub buchen, er muß auch nicht Z-Promi sein um ins Dschungelcamp einzuziehen. Es reicht, wenn er einen DSL-Anschluß bei congstar hat! Trauriger Tatsachen-Bericht über die Servicewüste Deutschland, die in der Telekommunikationsbranche (nicht nur bei congstar) besonders trocken ist.

Read More >>

Share