2011
06.18

Seit Monaten listet das Forum des Antispam e.V. chronologisch die Netzkündigungen des Troisdorfer Stromvermarkters TelDaFax auf. Heute passierte dann das, was aus Sicht des Antispam e.V. schon lange vorhersehbar war: TelDaFax hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Bonn gestellt. Diverse Medien, so das Handelsblatt und die Tagesschau berichten bereits über die Zahlungsunfähigkeit von TelDaFax.

Verbraucher, die per Überweisung Geld an den Stromvermarkter zahlen – dies teilweise für ein ganzes Jahr im Voraus – haben nun ein Problem: der Grundversorger des jeweiligen Wohnortes beliefert zwar ersatzweise die ehemaligen TelDaFax-Kunden, möchte hierfür aber auch bezahlt werden. Die Folge für jeden einzelnen Verbraucher: er darf seinen Strom doppelt zahlen: an TelDaFax und an den Grundversorger. Laut des Juristen Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der von Handelsblatt als auch von der Tagesschau zitiert wird, haben die Kunden, bei denen TelDaFax abbuchte, haben bessere Karten: wenn “die Abbuchung weniger als sechs Wochen her ist, könne der Kunde die Abbuchung bei seiner Bank rückgängig machen”, so Schröder. Das ist so nicht korrekt. Nach den Richtlinien der Bundesbank zum SEPA-Verfahren, die seit dem November 2009 gültig sind, sind es 8 Wochen.

Allerdings könnte hier aber auch der Standpunkt vertreten werden, dass die Nichtleistung seitens Teldafax einen nachträglichen Widerspruch gegen die Lastschrifteinzugs-Ermächtigung möglich macht, dann wäre ein Rückbuchen sogar bis 13 Monate nach Kontobelastung möglich. Dies sollte aber im Einzelfall mit einem Rechtsanwalt besprochen werden. Weiterführende Hinweise zu Lastschriften finden sich im Wiki des Antispam e. V., insbesondere auch zum Märchen der 6-Wochen-Frist.

Weiterhin berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Mitarbeiter von TelDaFax: “Es wurde ein Team von loyalen Leuten gebildet die schreddern seit zwei Monaten den ganzen Tag Unterlagen.” Angeblich handelte es sich um belastendes Material und Kundenpost. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat unter dem Aktenzeichen 410 Js 511/10 bereits Ermittlungen in die Wege geleitet.

Article source: http://antispam.de/news/index.php?/archives/297-Insolvenz-ist-ein-Klax-mit-TelDaFax!.html

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