2012
11.15

Der Generalstaatsanwalt von Middle Pennsylvania, USA, teilt in einer (englischsprachigen) Pressemitteilung vom 09. November 2012 mit, dass die Firma MoneyGram International,Inc. mit Hauptsitz in Dallas, Texas, USA, in einem außergerichtlichen Verfahren eine Strafe von 100 Millionen US$ akzeptiert hat. Die Strafe wurde vom US-Justizministerium ausgesprochen. Dieses wirft MoneyGram vor, betrügerischen Geldgeschäften Vorschub zu leisten und keine wirksame Bekämpfung von Geldwäsche zu betreiben.

Im Themenbereich dieser Plattform (http://www.antispam-ev.de) taucht MoneyGram (neben anderen Firmen) wiederholt beim sog. 419er- bzw. Nigeria-Betrug auf. Bei den verschiedenen Spielarten dieses Betrugs werden ergaunerte Gelder übermäßig häufig über MoneyGram oder andere, vergleichbare Dienstleister ins Ausland verschoben. Für diese Betrugsmasche ist es entscheidend, dass MoneyGram es in diversen Ländern ermöglicht, Gelder abzuheben, ohne dass dabei eine verlässliche Feststellung der Personalien erfolgen würde. Man kann teilweise ganz ohne Vorlage von Papieren, teils mit gefälschten Papieren an das in Deutschland/Europa eingezahlte Geld kommen. Die belastbare Spur des ergaunerten Geldes endet somit bei demjenigen, der das Geld bei MoneyGram eingezahlt hat. Nicht selten sehen sich diese Opfer im Nachhinein mit horrenden Schadenersatzforderungen und/oder mit einem Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche konfrontiert.

Der Generalstaatsanwalt unterstellt nun MoneyGram, dass sie diese Geschäftspolitik wider besseren Wissens betreiben:

“MoneyGram’s broken corporate culture led the company to privilege profits over everything else,” said Assistant Attorney General Breuer. “MoneyGram knowingly turned a blind eye to scam artists and money launderers who used the company to perpetrate fraudulent schemes targeting the elderly and other vulnerable victims. […]”

“MoneyGrams kaputte Firmenpolitik führte dazu, dass die Gesellschaft Profite über alles andere stellt,” sagte Generalstaatsanwaltsassistent Breuer. “MoneyGram drückte wissentlich ein Auge zu gegenüber Scambetreibern und Geldwäschern, die die Gesellschaft nutzten, um zu Lasten von älteren Menschen und anderen verletzbaren Opfern betrügerische Geschäfte durchzuführen. […]”

Quelle: Pressemitteilung vom 09. November 2012, Übersetzung durch den Antispam e.V.

Das Bußgeld soll Opfern von 419er-Betrug zugute kommen. Darüber hinaus hat sich MoneyGram verpflichtet, sich den weltweiten Standards zur Bekämpfung von betrügerischen Geldgeschäften und Geldwäsche zu unterwerfen und die weltweite Geschäftspolitik entsprechend anzupassen. Außerdem sollen die MoneyGram-Geschäftsstellen in Teilen der Welt mit hohem Aufkommen an betrügerischen Buchungen einer besonders strengen Kontrolle unterzogen werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird durch die US-Justizbehörden überwacht.

Der Antispam e.V. begrüßt diese Entscheidung der US-Behörden und hofft darauf, dass MoneyGram in absehbarer Zeit nicht mehr im Rahmen von 419er-Betrügereien involviert ist.

Article source: http://www.antispam-ev.de/news/index.php?/archives/307-MoneyGram-Inc.-erkennt-100-Millonen-Dollar-Strafe-an.html

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